Fische, Neptun, 12. Haus

© Wilfried Schütz, 2017

 

Das Tierkreiszeichen Fische

 

Der Fische-Archetypus setzt sich aus den nachstehenden Grundqualitäten, Ver­hal­tensweisen und Eigenschaften zusammen. Der herrschende Planet und energe­tische Ver­treter des Fische-Anliegens ist der weiblich polarisierte Neptun. Vor der Entdeckung des Neptuns herrschte der weibliche Jupiter über das Tierkreiszeichen Fische. Aus dieser Zeit stammen die Zuordnungen von Eigenschaften, die man heute auf den männlichen Jupiter des Tierkreiszeichens Schütze übertragen hat, die ihm aber nicht zustehen (beispielsweise die Fähigkeit der Intuition). Neptun, als männlicher Gott der griechischen Mythologie, suggeriert fälschlicherweise männliche Eigenschaften bei diesem urweiblichen Planeten.

Grundbausteine des Tierkreiszeichens Fische

 

weiblich

beweglich

Wasser

Geist

Leere

Anpassung

Empfang

feinstoffliche Energie

introvertiert

Steuerung

Wahrnehmung

„Gottes Thron“

innerlich

Differenzierung

Eindruck

Licht

empfangen

Unbeständigkeit

Gefühl

Himmel

nehmen

Zielsuche

Sorge

Bewusstsein, Spirit

erleben

Flexibilität

Heimat

Wirklichkeit

betrachten

 

Aufnahme

Hintergrund

passiv

 

Lösungsmittel

Schicksal

 

 In der Kombination der Grundbausteine ergeben sich beispielhaft die folgenden archetypischen Merkmale:

  •  Die Zielsuche nach der himmlischen Heimat im Inneren = Paradies, die Mitte des SELBST
  •  Die Sorge um das Bewusstsein = die Suche nach der Erlösung, All-Liebe, Sehnsucht
  •  Die Anpassung an die Wirklichkeit = das mit der Schöpfung Fließende
  •  Das Empfangene steuert unser Sein = Lebensfluss, Schicksal
  •  Die Wahrnehmung und der Empfang des Göttlichen Geistes durch die Himmlische Frau = Empfang des Transzendenten, Empfang der himmlischen      Nahrung (Manna)
  •  Die Wahrnehmung der Hintergründe des Schicksals = Vertrauen, Einverstanden­sein, Weisheit

Das Symbol

 Das Symbol zeigt zwei Fische, die mit einem Quer-Band verbunden sind. Einer der beiden schwimmt nach unten und der andere nach oben. Der eine symbolisiert entsprechend dem Gleichnis vom "verlorenen Sohn" den Abstieg (Involution) in unsere irdische Welt („Ägypten“, Labyrinth des Minotaurus, ... ) und den Beginn eines „Irrweges“, das Alpha, unserer irdischen Leben und der andere den Aufstieg, das Omega, und die Rückkehr (Evolution, Rückkehrimpuls) in die ursprüngliche gött­liche Heimat (Paradies, "Jerusalem"). Letzterer entspricht dem Auszug aus „Ägypten“ ins gelobte Land. Analog dazu steht die Auffassung, alles Leben komme aus dem Meer, und alles Leben kehre ins Meer zurück. Damit wir bei unserem Abstieg nicht ver­loren gehen oder uns unrettbar verirren, sind wir stets mit einem Band (s.o. Quer-Band) an den Rück­kehrimpuls gebunden. Beim Abstieg des griechischen Helden Theseus in das Labyrinth des Minotaurus war es der Faden der Ariadne, der diesem die Rückkehr aus dem Labyrinth ermöglichte. Diese Bindung an den Ursprung nennen wir Religio (lat. zurückbinden) und wir fühlen sie ständig in unserer Sehnsucht nach der ursprünglichen Heimat, dem Paradies bzw. nach GOTT. Diese Reli­gio macht – im Gegensatz zur institutionalisierten Religion der Kirchen – den eigentlichen Teil des Fische-Anliegens aus.

 

Fähigkeiten und Anliegen

 

Mythologisch entspricht die Welt der Fische dem Chaos, das zusammen mit Gaia (Göttin der Erde), also im irdischen Leben, den Uranos (lat. Uranus) zum Sohn hat. Nach den Vorstellungen der Chaosforschung repräsentiert dieses Chaos das formlose und daher „leere“ Energiekontinuum (Quantenfeld), das die Grundlage zur Musterentstehung bildet und das zum Empfang von Mustern bereit ist. Es ist ver­gleichbar mit der spiegelglatten Ober­fläche des Meeres, in die dann der Schöpfer seinen „schöpferischen Finger“ eintaucht und energeti­sche Muster in Form von (Energie-) „Wellen“ (siehe Tierkreiszeichen Wassermann) erzeugt.

 

Die in Fische angelegten Fähigkeiten geben uns eine kaum vorstellbare Sensi­bilität und Empfänglichkeit dem Sein gegenüber, die Intuition (lat. intueri = ansehen, intuitio = unmittelbare Anschauung). Der Duden beschreibt sie als "ahnendes Erfassen" bzw. "unmittelbares Erkennen". Daraus ergibt sich, dass Intuition eine Wahrnehmung auf einer höher dimensionalen Ebene ist (geistige Wahrnehmung, geistiges Sehen). Mit der Intuition nehmen wir gefühlsmäßig das Zusammenwirken des Ganzen wahr, ohne darüber nachdenken zu müs­sen. Die Trennung zwischen ICH und der Außenwelt, der Welt des DU, ist aufgeho­ben. Wir sehen und „verstehen“ daher den „Fluss“ des Lebendigen (Hermann Hesse: Siddhartha), den wir auch als Schicksal bezeichnen. Wir erken­nen die Zusammenarbeit des Ganzen, um das Gewebe des Schicksals, den „göttli­chen Traum“, zu wirken.

 

Abbildung: Sophia (Sofia, Bulgarien) Foto: xiquinhosilva

 

Zunächst sind es unsere Ahnungen zu unserem Schicksal, von dem, was ist und von dem, was kommen wird. Wir wachen, sofern wir die Identifikationen (Pluto) unseres EGO (Saturn) überwinden, aus unserer "geistigen Blindheit" auf und werden zur wahren geistigen Seherin (weibliche Fähigkeit!). Dabei werden uns unmittelbar das Spiel, die Zusammenhänge und der Sinn des Ganzen bewusst. Wir erkennen, dass es ausschließlich das Spiel unseres göttlichen SELBST ist. Die Welt, in der wir leben, und wir sind EINS. Die Welt um uns herum ist mit uns identisch. Unser Schicksal erscheint uns zutiefst sinnvoll und absolut folgerichtig gestaltet.

 

Wir sehen, dass es aus der Quelle des Gött­lichen (LOGOS, WORT) fließt. Diese Erkenntnis bewirkt in uns das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Wir haben unsere Heimat, das Paradies, wiedergefunden, das wir ursprünglich „verlassen“ haben. Die Sehnsucht und die Suche sind zu Ende. Wir „trinken“ bewusst aus der göttlichen Quelle im Vertrauen in das aus ihr fließende Schicksal und in der demütigen Erkenntnis, dass unser Schicksal von tiefer Liebe getragen ist. Grenzenloses Vertrauen und allumfassende Liebe, die Gefühle unserer ursprüng­lich paradiesischen Existenz breiten sich wieder als Grundgefühl in uns aus. Das Schicksal hat seine vordergründige Zufälligkeit verloren. Es ist nicht mehr unge­ordnetes Chaos, sondern getragen von einer vom menschlichen Verstand (Jupiter-Saturn) nicht fassbaren göttlichen Ordnung. Die Gewissheit der Fische ist die Erkenntnis, dass alles, was ist, einen tiefen Sinn in sich trägt, sowohl die Freude als auch das Leid. Die daraus resultierende Weisheit trägt einen Namen: „Sophia“ (gr. Weisheit), die weibliche Göttin (siehe Abb.).

Aus dieser Erkenntnis entsteht das absolute Vertrauen, sich dem Fluss alles Lebendigen hinzugeben, mit ihm zu fließen und mit dem, was er bringt, einverstanden zu sein. Da wir im Einklang mit dem Ganzen leben, hören die Schicksalsschläge auf. Immer sind wir zur richtigen Zeit am richtigen Platz und tun das Passende. Wir erleben die Schönheit der Schöpfung und uns ist bewusst, dass unser ganzes Leben vom Göttlichen gestaltet ist. Die Illusion, dass das EGO Herr aller Gestaltungen unseres Lebens gewesen sei, hört auf zu existieren. Das Wunder des Seins offenbart sich uns. Wir sind zum paradiesischen Gefühl zurückgekehrt: der bedingungslosen allumfassenden Liebe.

 

Die weiblich empfängliche Kraft, das Wasser der Fische, stellt die Brücke zu GOTT dar. In der klassischen Astrologie ist die Funktion des Pontifex (lat. Brückenbauer) dem Jupiter zugeordnet, was sowohl in der Astrologie als auch in der Kirche zu dem Irrtum führte, dass dies die Aufgabe des Schützen und damit der männlichen Priester sei. Jupiter ist jedoch auch rein weiblich, in "ihrer" Eigenschaft als klassische "Herrscherin" der Fische. Danach hat die Funktion des Pontifex - des Brückenbauers zu GOTT - der „weibliche Jupiter“, die Hohe Priesterin und damit heute Neptun. Sie, die Hohe Priesterin, fehlt heutzutage in vielen traditionellen Kirchen. Sie existiert nur noch symbolisch als Marienfigur in den Kirchen. Schon zum Beginn der Schöpfung taucht in der Genesis (1Mo. 1,1) diese empfängliche Kraft des Elementes Wasser auf:

 

Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer,

und Finster­nis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den WASSERN.

 

Dieses Wassers, über welchem der Göttliche Geist schwebt, ist anzie­hend und aufgrund seiner Flexibilität in der Lage, sich ganz an das, was ihm gegeben wird, anzupassen und sich vom Gegebenen leiten zu lassen. Diese weibli­che Kraft empfängt „unbefleckt“, ohne Makel, das GÖTTLICHE, wird von ihm schwanger und gebiert das göttliche Kind in uns. Sie gebiert in „Bethlehem“ (hebr. Brothaus). Es ist der Ort in uns, wo wir die göttliche (geistige) „Speise“ bekommen. Auf diese „Speise“ wird in Mt. 4,4 hingewie­sen:

 

„Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem WORT, das durch den Mund Gottes ausgeht.“

 

Das auf diese Weise empfangene Kind, Jesus, ist das WORT GOTTES in uns, unser Licht und Lebensimpuls. Dies ist der Hintergrund der Himmelskönigin Maria im christli­chen Mythos. Der Name Maria lässt sich auf zwei Weisen deuten. Zum einen vom latei­nischen „mare“ herkommend, was Meer bedeutet und symbolisch auf die Welt der Fische verweist, und zum anderen aus dem aramäischen „miri­jam“, was so viel wie die „Jahwe Liebende“ heißt. Auch hierin wird ihre Nähe zu GOTT ausgedrückt. Im schwedi­schen heißt Maria Maja. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass auch die Mutter von Buddha Maya hieß. Maya verweist auf die Illusion unserer materiellen Welt, die uns so festgefügt erscheint.

 

Auch in der jüdischen Mystik, der Kabbala, begegnen wir im "Baum des Lebens" der gleichen Kraft, nur unter anderem Namen,. Sie ist dort die Krone und wird Kether genannt. Kether wird in der Literatur des öfteren Uranus zugeordnet. Dabei gilt es aber zu bedenken, dass Uranus männlich polarisiert ist und damit nicht empfangen kann. Und tatsächlich symbolisiert die Krone den zum GÖTT­LICHEN offenen Empfang. Den Baum des Lebens tragen wir in uns, und seine Krone stellt die Verbindung mit dem GRENZENLOSEN LICHT (AIN SOPH AUR) her.

Maria, die Empfängliche, ist immer "Jungfrau", denn ihre Empfängnis findet auf der spirituellen Ebene und nicht auf der körperlichen Ebene statt. Sie empfängt ohne Geschlechtsverkehr. Diese Jungfrau darf nicht mit dem Tierkreiszeichen »Jungfrau« verwechselt werden. Die Jung­frau Maria ist die Hohe Priesterin in unserem Allerheiligsten, unse­rer Mitte und erhält dort ihre Visionen. Ihrer Bedeutung kommt die Hohepriesterin im Tarot sehr nahe. Deren Empfänglichkeit für das Transzendente wird durch den „Mond“ (Schale) unter ihrem Fuß gezeigt. Die Schale als Grundsymbol der Empfänglich­keit verbindet sich hierbei mit dem Fuß, dem Symbol­organ der Fische und damit der Transzendenz. Ihr Empfang ist auf die transzendente Dimension ausgerichtet.

Abb.: Isis mit Horus (http://img.webme.com/pic/m/mormonen-wissen/isis_mit_horus.jpg)

 

 

Der uns noch historisch erkennbare Urgrund all dieser Symbole kann in der Gestalt der Isis (siehe Abb.) der ägyptischen Mythologie gesehen werden, die befruchtet von Osiris in uns den falkenköpfigen Horus (Uranus, Jesus) gebiert. Dabei steht Osiris für den zeugenden Aspekt (ähnlich dem LOGOS) der allumfassenden göttlichen Energie.

Die Nymphen sind die Herrscherinnen über die Quellen des heiligen Wassers, aus der wir am Ende unseres Heldenweges wieder trinken, worauf­hin unser EGO sterben muss. Auch der Held Siegfried in der Nibelungensage musste sterben, als er aus dieser Quelle trank. Nur selten wurde der Recke Hagen in seiner Tat, Siegfrieds EGO zu töten, nachdem dieser aus seiner Quelle trank, verstanden. Das Weihwasser unserer Kirchen ist ebenfalls ein Gleichnis für dieses heilige Quell­wasser.

 

Ein weiteres Symbol, das des Kelches, begegnet uns in den Mythen. Wie aus der Quelle, trinken wir aus ihm das spirituelle Wasser. Symbol für dieses Wasser wurde der Wein, weil er auf der grobstofflichen Ebene die Analogie zum Spiritu­ellen besitzt, den Alkohol (Spiritus, Weingeist). Obwohl der Kelch uns im Außen, im Abend­mahl, gereicht wird, so ist er doch nur Erinnerung an den Kelch in uns, und es existiert in uns weiterhin die Sehn­sucht, aus diesem „wahren“ Kelch zu trinken. Statt ihn in ihrem Inneren zu suchen, machten sich unendlich viele Menschen auf die Reise, zum Beispiel als Kreuzritter, um den Kelch, den „Heiligen Gral“, in der weiten Welt zu suchen.

 

Abb.: Madonna de la Humildad, Jaime Serra

 

Obwohl unbewusst existiert diese Jungfrau des Meeres weiterhin als Kraft mit einem spiri­tuellen, bewusstseinsverändernden Anliegen in uns. Sie alleine kann uns wahrhaft heilen, und sie macht sich ständig Sorgen um unser Heil. Wir werden von ihr auf­gerufen, in dem Haus über das die Fische regieren und in dem der Herr der Fische, der Neptun, steht, nach dem Verlorenen zu suchen und uns dort zu heilen. Unser Unheil besteht immer darin, dass wir von unserer Mitte, vom Zentrum unseres wahren Wesens abgewichen sind. Dies taten und tun wir, weil uns Autoritäten (Eltern, Lehrer, ... Erziehung, Konditionierung → Saturn) Ziele vorgegeben haben, die sich an den gesellschaftlichen Normen orientierten und orientieren. Diese Orientierungen verfestigen sich in uns und bilden letztendlich den "Stein", welches das "weiche Wasser" des Neptun auflösen muss. Unsere Rück­kehr zum Zentrum und damit unsere Heilung wird in dem Maße behindert, wie wir nicht bereit sind, zugunsten unserer Wirklichkeit das Normale, Konventionelle und gesell­schaftlich Akzeptierte zu verlassen. Saturn hat in uns ganze Arbeit geleistet. Er hat uns eine Welt der Täuschung als festes Fundament verkauft, von dem Neptun uns dadurch erlöst, indem er uns die Täuschung als solche vor Augen führt: Wir sind enttäuscht.  Bezogen auf das Rad des Schicksals bedeutet das, dass wir nur aufgrund der Enttäuschungen sehr zögerlich von seinem äußeren Rand zur Nabe zurückkehren. Haben wir aber die fremden Autoritäten verlassen, dann wird unsere Mitte wieder zur Autorität, und wir haben gefunden, was wir einst verloren. Dann sind wir wieder heil und wahr­haft heilig. Ein Teil der "Wiedergeburt aus Wasser und Geist" ist erreicht, nämlich die aus dem Wasser des Zeichens Fische.

 

 

Verzauberung:

 Auf Grund der Bewusstseinsnot unseres EGOs, die aus unserem Urteilen (Stein­bock, Saturn: Richtig - Falsch, Gut - Böse, Gut - Besser) entsteht, ist der bewusste Zugang zu unserer Quelle verloren gegangen. Sie fließt zwar noch, jedoch im Unbewussten. Die Energien der Fische wirken sich in unserem Leben nur noch einerseits als Angst vor dem schicksalhaften Leid (Neurose), den Enttäuschungen und Verlusten und andererseits in dem Kampf gegen sie, in der Helferrolle und in einer tiefen inneren Sehnsucht nach Erlösung (Sucht) aus.

 

Unsere Entwicklung als Erdenbewohner beginnt mit vielen schicksalhaften Anstößen, die das einzige Ziel haben, dass wir auf die Suche gehen. Es sind dies die Enttäuschun­gen, die uns vermitteln wollen, dass wir etwas Essentielles verloren haben. Die Mitte, die Verbundenheit mit dem GÖTTLICHEN ist uns verloren gegangen und unser Vertrauen in sie. Aus der absoluten LIEBE (Agape) wurde die begrenzte vergängliche irdische Liebe (Waage-Venus). Wir trinken nicht mehr aus dieser Quelle, nicht mehr aus dem Kelch, dem heiligen Gral, den die Jungfrau Maria in uns bereit hält. Zu dieser unserer Quelle und Mitte aber wollen wir wieder vordringen. Hierin besteht unsere Heilung, unser Heil (Medi-a = Mitte, Medi-tation, Medi-zin). Hier sind wir wie Parzival (Wolfram von Eschenbach, ca. 1200) Sucher.

 

Dass der Verlust unserer Mitte ein ungeheures Leid in unserem SELBST erzeugt, bleibt unserer im Bewusstsein begrenzten Wahrnehmung (EGO) verborgen. Wieso ist das so, haben wir doch im Neptun die Möglichkeit der höchst sensiblen Wahrnehmung? In uns sperrt sich unser EGO (Saturn) gegenüber der neptu­nischen Erkenntnis, dass wir als GUTE Menschen in keiner Weise heil und vollkommen sind. Es müsste erkennen, dass gerade der Weg des GUTEN das Leid des SELBST erzeugt, da die Verdrängung der von uns als „BÖSE“ verurteil­ten Teile zur Folge hat, dass sie unserem SELBST zu seiner göttlichen Vollkommenheit fehlen. Das Leid werden wir dadurch, dass wir es negieren, natürlich nicht los. Dieses uns unbewusste Leid begegnet uns als Projektion im Außen, im Leid der anderen. Dorthin richten wir unsere Sensibilität und wir glau­ben, durch unser Helfen das Leid in der Welt verringern zu können. Da wir dabei aber nichts gegen das Leid in unserer eigenen inneren Welt unternehmen, wird das Leid im Außen, unserer Projektion ("wie innen, so außen"), auch niemals wirklich abnehmen.

 

Neptun, die Königin des Himmels 

 

Die Tierkreiszeichen beschreiben die Fähigkeiten und Anlie­gen, um die es ihnen geht. Die Planeten setzen sie mittels ihrer Energie in Wirkun­gen um und zwar in den Bereichen, in denen sie stehen. Immer aber vertreten sie dabei inhaltlich die Anliegen ihrer Zeichen. Daraus ergibt sich, dass Tierkreiszei­chen und Planeten sich gleichen, wie ein spezifisches Thema seiner spezifischen Umsetzung gleicht.

 

Die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins besteht darin, dessen Begrenzungen (Saturn) zu überwinden. In der Folge führte dies unter anderem zur Entdeckung weiterer Planetenkräfte (u.a. Uranus, Neptun, Pluto, ...) in unserem Sonnensystem. Wir sollten daher nicht mehr, wie in der Klassischen Astrologie, Jupiter als Herrscher der Fische betrachten, sondern dieser kollektiven Bewusstseinserweiterung Rechnung tragend allein Neptun die Herrschaft  über das Zeichen Fische zugestehen.

 

Neptun wirkt im Auftrag des geistigen (spirituellen) Tierkreiszeichens Fische. Als weibli­cher Planet sollte sein Wirken allein auf unser SELBST gerichtet sein. Im Planeten­symbol befinden sich zwei Schalen über dem Kreuz. Hierin zeigt sich die Empfänglichkeit, die mit ihren zwei Schalen jenseits der Ein­seitig­keit das Ganze bzw. die EINHEIT (ICH und DU, GUT und BÖSE usw.) umfasst. Sie nimmt jen­seits der Polarität ganzheitlich wahr und empfängt das Transzendente. Das, was Neptun empfängt, bestimmt die geistig-spirituelle Realität (Kreuz im Neptunsymbol) von uns Men­schen. Neptun ist unsere "Antenne" zur Schöpfungskraft Gottes, mit der wir unsere Schöpfungsaufträge (göttliche Information: WORT) empfangen. Neptun gebiert sie in unserem Inneren als Inspiration (Uranus).

 

Planetenwirkung

 

erwachsen, im Rahmen des SELBST

verzaubert, im Rahmen des EGO

zum Zweck der Entzauberung

mit Gott verbunden sein, das „WORT“ emp­fangen, geistig sehen, intuitiv sein, die Ganzheit sehen, vertrauen, lieben (Agape), einver­standen sein, fließen

Angst haben, leiden, Sehn­sucht haben, mitleiden, helfen, sich den Anschein geben, lü­gen, täuschen, Fehler machen, verrückt sein

träumen, suchen, auflö­sen, trennen, entziehen, fliehen, verlieren, ent­täu­schen, heilen

 

Die Energie des Neptun verleiht uns unsere Intuition, und sie ist darauf bedacht, dass wir aus ihr leben. Zu diesem Zweck löst sie letztendlich alle Verhaltensfixierungen (Saturn, Pluto) in uns und in unserem Lebensumfeld auf, die unsere Intuition und ein daraus resultierendes fließendes Leben behindern. Es sind dies die Kristallisati­onen unseres am GUT und BÖSE orientierten Handelns, die „­Steine“ des verzauberten Steinbocks, die das "weiche Wasser" des Neptuns brechen will.

 

Achten wir nicht mehr auf die sensible und anpassungsfähige Empfängerin in uns, dann weichen wir immer mehr von unserer Mitte ab. Darunter leidet zunehmend unser SELBST, da es nicht mehr mit dem Schöpfungsfluss fließen kann. Aus dem Fluss zu fallen heißt ein Leben zu führen, das zunehmend von Widerständen, Hindernissen und Begrenzungen (Saturn) bestimmt wird. Neptun gibt uns nun die Fähigkeit, das daraus entstehende Leid wahrzunehmen, und er will uns helfen, es zu überwinden. Er ist der Heiler in uns, für den es, sofern er von unserem Bewusstsein zugelassen wird, keine unheilbare Krankheit gibt. Neben dem Gefühl des Leidens gibt er uns das Gefühl der Sehn­sucht (Sucht!) nach Heilung. Reagieren wir darauf, dann machen wir uns auf die Suche nach unserem Heil, unserer Mitte.

 

Leider ist unsere Wahrnehmung für unser eigenes Leid nicht offen, da sich dann unser EGO eingestehen müsste, doch nicht so GUT zu sein, wie es glaubt. Es ist nämlich davon überzeugt, dass nur der BÖSE leiden müsse. Daher pervertieren wir unsere Sensibilität, richten sie nach außen und sehen dort "nur" das Leid der anderen. Wir erkennen nicht mehr, dass dieses Leid in der Außenwelt die Projektion unseres eigenen inne­ren Leids ist. Statt unser eige­nes Leid zu heilen, beginnen wir als Helfer, Heiler und sozial engagierter Mensch das äußere Leid zu bekämpfen. Da unser eigenes Leid dadurch nicht abnimmt, wird auch das äußere Leid niemals abnehmen.

 

Da wir bei dieser Lebensart, stets anderen in ihrem Leid beizustehen, die Bedürfnisse unseres SELBST missachten, erfahren wir dort, wo Neptun in unserem Horos­kop steht (einschließlich seiner Aspekte und der Planeten im 12. Haus), ebenso die Missachtung unserer Bedürfnisse durch die anderen ("wie innen, so außen"). Wir sind immer wieder aufs Neue ob dieser Missachtung durch unsere Mitmenschen enttäuscht. Die Enttäuschung wird sich so lange wiederholen, bis wir erkennen, worin unsere Täu­schung bestand und besteht. Wir glaubten, vollendet zu sein, wenn wir nur GUT und deshalb hilfs­bereit waren. Dabei waren wir doch nur „halb“, denn uns fehlte der verurteilte "böse" Teil unseres SELBST! 

 

Dort, wo Neptun im Horoskop steht, haben wir das Vertrauen in uns verloren und unsere Fähigkeiten nicht mehr für unser SELBST eingesetzt. Unser SELBST wurde dabei schwach und leidend! Zu uns selbst zu stehen löste in uns diffuse Ängste aus, denn in uns existiert die Erfahrung, u.a. aus unserer Kindheit, mit unseren Interessen übersehen worden zu sein. So müssen wir uns in diesem Leben auf die Suche machen und die Angst überwinden, die Anlagen wieder im Interesse unseres SELBST einzusetzen. Gehen wir den Weg durch die Angst und weichen in unserem Ver­halten von der Normalität der Masse ab, dann stimmen wir in unserem Verhalten wieder mehr und mehr mit unserer Mitte und Wirklichkeit überein. Das ist sicher keine leichte Aufgabe, aber dafür werden wir mit wachsendem Vertrauen in unseren Schick­salsfluss und einer enor­men Zunahme unserer Sensibilität und Intuition belohnt. Diese Entwicklung ist aber nur in dem Maße möglich, wie wir die Verantwortung (Saturn erlöst) für Alles in unserem Leben zu uns zurückholen und unserem SELBST die ihm zustehende Anerkennung (Saturn erlöst) zollen.

 

Haben wir das Vertauen in das, was ist, vollends zurückgewonnen, dann können wir alles und jeden so annehmen, wie es oder er gerade ist. Wir haben damit zur All-Liebe (Agape) zurückgefunden.

 

Entwicklungsfrequenzen des Neptun

 

 

Hemmung

1

 

·      keine Intuition; kein Vertrauen in das Schicksal; Angst (Neurose);

·      der verdrängte Fähigkeitsanteil drängt in neurotischer Form in das Bewusstsein und erzeugt Angst, Unsicherheit, Schwäche, Hilflosigkeit;

·      mit der Missachtung der Fähigkeit für uns SELBST, ist die Erfahrung der Missachtung durch die anderen verbunden ("wie innen, so außen"); enttäuschende Schicksalsschläge (Verluste); dem „blinden Schicksal" ausgeliefert

Kompen­sation

2

 

·      die Fähigkeit wird heimlich gelebt; nach außen wird der Schein gewahrt, gelogen;

·      die Sehnsucht wird mit Suchtmitteln (Alkohol, Drogen) betäubt; Rückzug in die subkulturelle Szene; Flucht in den Wahn/ in das Leiden;

·      Helfen: Die Fähigkeit wird ausschließlich für andere eingesetzt; SELBST-losigkeit

Krise

 3

·      Das Leid und die enttäuschenden Erfahrungen lassen Misstrauen gegenüber-, Zweifel an der gesellschaftlichen Normalität/ den Maßstäben/ den Geboten/ der Erziehung entstehen

Lösungs-prozess

4

·      Auflösung der Normen/ Gebote/ Über-Ich-Struktur (Auseinandersetzung mit Schuldgefühlen), die verhindern, die Fähigkeiten für das SELBST einzusetzen;

·      Lösung aus Institutionen; durch zunehmendes Vertrauen in die Intuition werden Alternativen bewusst;

·      der Hintergrund des Seins wird durchschaut; Schicksal wird als zutiefst sinnvoll erkannt

Erwachsen

5

 

·      entwickelte Intuition; geistiges Sehen der wirkenden Schöpferkräfte = Sehen der Wirklichkeit; absolutes Vertrauen in das Schicksal; sehen der EINHEIT; die EINHEIT verstehen (einverstanden sein);

·      Leben aus der eigenen Mitte (Quelle); das widerstandslose Fließen mit dem Ganzen wird zur Zusammenarbeit mit dem Ganzen;

·      All-Liebe durch Einverstandensein mit allem, was ist;

·      die Fähigkeit wird losgelöst vom Kollektiv im Sinne des SELBST gelebt (alternatives Leben)

 

 Das Erreichen der erwachsenen Entwicklungsstufe ist davon abhängig, ob wir die Teilung der Schöpfung in GUT und BÖSE also das Ur-teilen überwunden haben (Saturnüberwindung) und damit der Verstand (Jupiter) seine Herrschaft in uns verloren hat.

 

 

Auswahl der Deutungsstichworte Fische / Neptun

 ·   SELBSTsein, Ganzheit, Heilung (Heilungsprozess), heilig, Lösung von ... (Lösungsprozess), Alternative, sich entziehen, Flucht

·   SELBSTlosigkeit, Leid des SELBST, Mitleid, helfen, heilen

 ·   Täuschung, Illusion, Lüge, Betrug, Enttäuschung, künstlich

 ·   Verlust, fehlen, Sehnsucht, Suche, Sucht

 ·   Angst vor ..., ...los, un..., Schwäche, Neurose

 ·   Aussenseiter, nicht zugehörig, nicht beachtet, allein, verlassen, einsam

 ·   geistiges Sehen, Intuition, Ahnungsvermögen, Sensibilität, Weisheit, Hintergründe (Schicksalszusammenhänge) aufdecken

 ·   Religio, Vertrauen, Allliebe, Einverstandensein, Alleinigkeit, Reise zur eigenen Mitte (Meditation)

 ·   Schicksal, Zufall, Schöpfungsfluss, Zusammenarbeit (-wirken) des Ganzen, Beitrag des SELBST zum Ganzen

 

Die Bedeutung des 12. Hauses

 

Das 12. Haus steht in Analogie zum Tierkreiszeichen Fische. Es ist das Haus der Zusammenarbeit des Ganzen (Schicksal), des Vertrauens und für das EGO der Ort der Heilung. Was dort geheilt werden soll, sagt uns das im individuellen Horoskop herrschende Tier­kreiszeichen, dessen Herrscher und die dort stehenden Planeten. Das SELBST sieht in diesem Haus den Zielort sei­ner Entwicklung: die Heilung, Erlösung und SELBSTwerdung.

 

Fische

Neptun

Irdisches Lebensfeld: 12. Haus

Alleinigkeit mit Gott

verschmelzen, er­leuch­­tet sein, wahr­haft lieben, einsam sein

das Allerheiligste, einsame Stätten und Mee­resstrände, mystische Orte, Gipfel­punkte (Bergspitze, Pyramidenspitze), End-Ziele mensch­licher Ent­wicklung

Empfänglichkeit

sensibel empfangen

Antennen

Wasser des Himmels

Sehnsucht, Gefühl der absoluten Geborgenheit

Regen(wasser), Tau

Grenzenlosigkeit

entgrenzen, den Boden unter den Füßen ver­lie­ren, verirren

Wüste, Urwald, Meer, Sternenhimmel, der kosmische Raum, Observatorium, Nebel, Gas, durchsichtiges Glas

Sehnsucht nach
Heilung

trinken, süchtig sein, vergiften

Drogenumschlagsplätze (Tabletten, Alko­hol etc.), Apotheke, Weinkeller, Schnapsbrennerei, Gast­stätte, Suchtplätze, Suchtklinik

spirituelle Suche

suchen, romantisch sein

Geistesschulen, mystische Zirkel, Medita­tionsgruppen, Esoterikgruppen, esoterische Reisen, die Welt unter Wasser (Tauchen), Paradies, romantische Orte

Täuschung

täuschen, enttäuschen, betrügen, verheimli­chen, desillusionieren

kriminelles Milieu, Diebe, die Orte des Be­trugs und der Spionage, geheime Orte, Ge­fängnis, Film, Fernsehen (zusammen mit dem 3. Haus)

Enttäuschung

Leiden

Schicksalsschlag, Krankheit, Flucht, Verban­nung

Lösung von der Normalität (Be­gren­zung)

aussteigen, nach
Alternativen streben, verachtet sein, ver­achten

alternative Szene, Aussteiger, Kloster, Non­nenorden, Mönchsorden, spirituelle Gemein­schaft, Geheimgesellschaften, Subkultur, Ausgestoßene, Minderheiten

Heilung

heilen, helfen, sozial sein

Krankenhaus, Heilanstalt, Psychiatrie, Qua­rantänestation, Arztpraxis, Kurstätten, Helfer, Heiler, Weihwasser, Pharmalabor, Medika­mente, Apotheke, Chemie, Gift, Anästheti­kum, Prothe­sen, Traumlabor, Sozialein­richtung, Hilfsorganisation, Asylantenheime

Vertrauen

vertrauen, einver­stan­den sein

sich von den Wellen tragen und schaukeln lassen, sich fallen lassen (Bungee)

Paradies

geborgen sein

im Mutterleib, Prägungen während der Schwangerschaft

das 12. Haus ist das 6. Haus des DU (7. H.)

Ort der Zusammenarbeit des Ganzen (Gewebe des Schicksals)